Zuckerkrankheit (Diabetes)

Definition

Die Zuckerkrankheit ist eine der am weitesten verbreiteten, chronischen, nicht ansteckenden Krankheiten und die am häufigsten auftretende endokrine Erkrankung. Sie wird durch Störungen des gesamten Stoffwechsels, vor allem der Glukose-Störung und durch Komplikationen charakterisiert, welche die Augen, Nieren, Nerven und Blutgefäße angreifen. Kurzgesagt ist die Zuckerkrankheit eine Krankheit, wo der Körper nicht genügend Insulin produziert, oder das Insulin nicht effizient benutzt.

Verbreitung

Wegen seiner weiten Verbreitung gehört die Zuckerkrankheit in die Kategorie der sogenannten „chronischen modernen Krankheiten“ Obwohl heutzutage das Ermitteln des Glukose-Pegels einfach scheint, ist die Ermittlung der Prävalenz der Zuckerkrankheit bei einer bestimmten Bevölkerung. Das liegt vor allem daran, dass die Diagnose-Standards noch nicht überall gleich eingesetzt werden. Man schätzt, dass etwa 2-6% der westeuropäischen und nordamerikanischen Bevölkerung an dieser Krankheit leidet. Und noch besorgniserregender ist es, dass fast ein Drittel dieser Menschen nicht wissen, dass sie an dieser Krankheit leiden. Gemäß den 1981 ermittelten statistischen Informationen, litt zu dem Zeitpunkt über 3% der rumänischen Bevölkerung an dieser Krankheit. Am häufigsten wird die Krankheit bei Stadtbewohnern, im Gegensatz zur ländlichen Bevölkerung angetroffen. Die von der Weltgesundheitsorganisation zentralisierten Informationen zeigen dass im Jahr 2000 in Rumänien mehr als eine Million Diabetiker lebten und man schätzt, dass sich ihre Anzahl 2030 verdoppeln wird. In Deutschland wird mit mehr als 10 Millionen Diabetiker gerechnet.

Diabetes-Typen

Unter der Bezeichnung „Zuckerkrankheit“ lassen sich eigentlich mehrere Krankheitstypen mit verschiedenen Verläufen und Ursachen gruppieren.

Ursachen

- Die Ursachen der Zuckerkrankheit konnten bislang nur teilweise erklärt werden. Einerseits ist es bekannt, dass das Auftreten beider Formen der Zuckerkrankheit einigermaßen mit genetischen, angeborenen Faktoren zusammenhängt. Andererseits spielen Umweltfaktoren auch eine wichtige Rolle.
- Einer der Umweltfaktoren, von dem man glaubt, dass er in vielen Fällen das Auftreten des Diabetes Mellitus Typ 1 bedingt, würde ein Virus sein, der die Beta-Zellen aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), welche das Insulin produzieren, infiziert. Diese Hypothese wird auch durch klinische und experimentale Beweise untermauert. Die virale Infektion kann zu Diabetes, entweder durch die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen, oder durch das Auslösen einer immunen Reaktion führen.
- Ein anderer Faktor, der zum autoimmunen Diabetes (Typ 1) veranlagt, ist das Trinken von Kuhmilch oder der Verzehr von Milchprodukten vom Säugling. Untersuchungen weisen darauf hin, dass das Albumin in der Kuhmilch zur Bildung einiger Antikörper führen wird, die durch kreuzende Reaktivität schließlich die Beta-Bauchspeicheldrüsenzellen angreifen und somit zum Auftreten der Zuckerkrankheit führt.
- Beim Auftreten des Diabetes Mellitus Typ 2 sind die wichtigsten veränderlichen Faktoren das Übergewicht und der Bewegungsmangel, also eine sitzende Lebensweise.
- Ein anderer erwähnenswerter Faktor kann übermäßiger psychischer Stress sein. Gleich nach dem Erdbeben von 1977 konnten Diabetologen in Bukarest eine anwachsende Inzidenz der Zuckerkrankheit feststellen. Somit sind einige Autoren der Meinung, dass ein möglicher diabetogener Faktor der Stress ist, vor allem der Agglomerationsstress
- unter den inkriminierten Faktoren befindet sich auch der Ernährungsmissbrauch, beziehungsweise der übermäßige Konsum von Zuckerstoffen. All diese Faktoren könnten erklären, warum die Zuckerkrankheit häufiger in Städten auftritt. Je nach Ursachen, wird Diabetes in primärem Diabetes und sekundärem Diabetes eingeteilt. Wenn es keine andere begleitende Erkrankung gibt, sprechen wir von der primären Diabetes.
Wenn pathologische Störungen ermittelt werden, welche die Entwicklung der Zuckerkrankheit verursachen oder favorisieren sprechen wir vom sekundären Diabetes. Zu den Ursachen, die zum sekundären Diabetes führen können, zählen: Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen (beispielsweise akute Pankreatitis der Alkoholiker), Hormon-Störungen (beispielsweise Akromegalie, Phäochromozytom, Cushing-Krankheit), durch Medikamente und chemischen Stoffen hervorgerufener Diabetes, verschiedene genetische Erkrankungen usw. Je nach Auftritts-Mechanismus, unterscheidet man zwischen Diabetes Mellitus Typ 1 und Diabetes Mellitus Typ 2. Diabetes Mellitus Typ 1 tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf und muss immer mit Insulin behandelt werden, weil die Bauchspeicheldrüse sie nicht mehr produzieren kann. Deswegen wird diese Erkrankung auch insulinabhängiger Diabetes genannt. Diabetes Mellitus Typ 2 tritt in der Regel bei Erwachsenen im mittleren Alter (40 Jahre) oder später auf, vor allem bei Übergewichtigen. In diesem Fall produziert der Körper weiterhin Insulin, aber diese kann ihre normale Rolle nicht erfüllen. Bei diesem zweiten Diabetes-Typus ist in der Regel keine Insulin-Behandlung nötig, und deswegen wird er auch Diabetes Mellitus non-Insulin-abhängig genannt. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass die Insulin-Abhängigkeit nicht obligatorisch bedeutet, dass der Patient eine Insulin-Therapie durchführen muss; der Terminus „non-Insulin-abhängig“ überlappt sich auch nicht immer mit der Abwesenheit einer Insulin-Behandlung. Experten sind der Meinung, dass der Begriff „Insulin-abhängig" darauf hinweist, dass wenn Insulin nicht verabreicht wird, der Patient ein Risiko für eine diabetische Ketoazidose aufweist. Mit anderen Worten, beschreiben die Begriffe „Insulin-abhängig" und „non-Insulin-abhängig“ eigentlich physiologische Zustände (die Veranlagung für, beziehungsweise den Widerstand gegen Ketoazidose), während die Begriffe „Typ 1" und „Typ 2" sich auf das pathogene autoimmune (beim Typ 1) und nicht autoimmune (bim Typ 2) Mechanismus beziehen.

Symptome
Die Symptome des Diabetes Mellitus variieren von Fall zu Fall. Im Allgemeinen wird Diabetes durch ein übermäßiges Ansteigen der Glukose-Konzentration im Blut (Hyperglykämie) charakterisiert, mit oder ohne Ausscheidung von Glukose im Harn (Glukosurie). Andere mögliche Symptome sind: übermäßiger Durst mit einer erhöhten Wasserzunahme, Ausscheidung von großen Harnmengen und ein übermäßiger Hunger mit einer Zufuhr von vielen Lebensmitteln. Diese drei Symptome, die in der Medizinterminologie als Polydipsie, Polyurie, beziehungsweise Polyphagie, werden im Allgemeinen durch Hyperglykämie hervorgerufen. Bei kranken Patienten, die aber die Anzeichen langfristig ignoriert haben und somit nicht diagnostiziert wurden, kann es vorkommen, dass die erste erkannte Äußerung das Diabetes-Koma sein wird.
Diabetes Mellitus Typ 1 tritt in der Regel vor dem Alter von 40 Jahren auf, aber es gibt auch Fälle, wo es atypisch auftritt, später im Verlauf des Lebens, um das Alter von 50 Jahren oder, in seltenen Fällen, sogar später. In der Regel sind die Patienten, die an Diabetes Mellitus Typ 1 erkranken, nicht fettleibig so wie diejenigen, die an Diabetes Mellitus Typ 2 leiden.
Diabetes Mellitus Typ 1 kann plötzlich auftreten, mit Durst, übermäßiger Harnausscheidung, erhöhter Appetit und Gewichtabnahme. Menschen die an Diabetes Mellitus Typ 1 leiden, können ein Normalgewicht haben oder übergewichtig sein, je nach der Zeitspanne zwischen dem Auftritt der Symptome und dem Beginn der Behandlung. In der Regel, im Falle des Diabetes Mellitus Typ 1, muss nach der Entwicklung der Symptome schon Insulin verabreicht werden.
Diabetes Mellitus Typ 2 tritt in der Regel in der Mitte des Lebens oder später auf. Im Allgemeinen ist der Patient mit Diabetes Mellitus Typ 2 fettleibig oder übergewichtig. Im Falle dieser Diabetiker treten die Symptome allmählich auf und entwickeln sich etappenweise. Falls der Patient sein Körpergewicht durch Diät, beziehungsweise durch die Einnahme von oralen Anti-Diabetika erhalten kann, ist keine Insulin-Behandlung nötig. Es gibt aber auch genügend an Diabetes Mellitus Typ 2 leidenden Patienten wo die Insulintherapie durchgeführt werden muss.

Akute und späte Komplikationen
Die schlimmsten Komplikationen, die sogar zum Tode führen können, sind die akuten. Diese treten durch das starke Herabsinken oder Ansteigen der Glukose-Konzentration im Blut auf (Hypoglykämie mit hypoglykämischen Koma, diabetische Ketoazidose bei Insulin-abhängigen Patienten und das nicht ketonische hyperosmolarisches Koma in der Regel bei nicht Insulin-abhängigen Patienten). Bei einem großen Teil der Patienten führt die Diabetes-Erkrankung mit der Zeit zu den sogenannten späten Komplikationen. Während es bei manchen Diabetikern nie zu solchen Komplikationen kommt, entwickeln sich diese bei anderen Patienten schon früh. Im Durchschnitt treten späte Komplikationen 15-20 Jahre nach Auftreten der Hyperglykämie auf. Manche Patienten können mehrere Komplikationen gleichzeitig aufweisen. Diabetes greift den gesamten Stoffwechsel an und, falls keine angemessene Behandlung durchgeführt wird, kann es mit der Zeit zum Auftreten schwerer Komplikationen wegen der Beeinträchtigung der Blutgefäße im Bereich des Herzens, des Gehirns oder der Nieren kommen. Falls nicht behandelt, kann Diabetes zur Erblindung, Nerven-Erkrankungen, Fußulzerationen usw. führen.
Bei Diabetikern tritt die Arteriosklerose umfangreicher und früher als beim Rest der Bevölkerung auf. Die Koronar-Erkrankung, der asymptomatische Myokard-Infarkt, der Schlaganfall weisen bei ihnen eine erhöhte Frequenz auf.
Die diabetische Retinopathie tritt bei etwa 85% der Patienten auf und ist eine wichtige Erblindungs-Ursache. Die diabetische Nephropathie ist eine Erkrankung, welche zu Verletzungen im Bereich der Nieren-Blutgefäße führt und etwa 35% der Patienten mit Diabetes Mellitus Typ 1 befällt. Diese Komplikation führt oft zu Invalidität oder sogar zum Tode. Die diabetische Neuropathie kann jeden Bereich des Nervensystems angreifen, in seltenen Fällen das Gehirn. Die Neuropathie kann einen oder mehrere Nerven angreifen, im letzteren Fall handelt es sich um die diabetische Polyneuropathie. Diese äußert sich durch schlaffe Lähmungen, Parästhesie (Kribbeln), schwere Hyperpathie (erhöhte Sensibilität der Nervenrezeptoren) und Schmerzen. Schmerzen können stark sein und in vielen Fällen werden sie im Verlauf der Nacht stärker. Eine seltene Komplikation des Diabetes sind die Fuß-Ulzerationen. Diese werden durch die anormale Druckverteilung infolge der diabetischen Neuropathie verursacht. Die Entwicklung der Infektionen bei Diabetiker ist im Allgemeinen schlimmer. Weit verbreitet sind bei ihnen Infektionen der Haut, der Harnröhre, des Atmungsapparates usw. Spezialisten warnen vor allem wegen vier besonders schlimmen Infektionen, die für Diabetes-Patienten charakteristisch sind: Otitis externa maligna, Mukor-Mykose, rhinozerebrale Infektion (eine Pilz-Infektion), emphysematöser Cholezyst und die emphysematöse Pyelonephritis. Mehr Informationen über Diabetes finden Sie unter:
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