Wussten Sie schon…
Wussten Sie schon warum Kompressionstherapie nach Lymphdrainage so wichtig ist?
Zur Behandlung von Lymphödemen hat sich die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) bewährt. Sie bewirkt, dass Lymphstauungen abfließen, das Lymphsystem aktiviert wird und dass sich verändertes und verhärtetes Bindegewebe umstrukturiert. Wesentliches Element der KPE ist die manuelle Lymphdrainage. Mit Hilfe bestimmter Grifftechniken
und Kreisbewegungen versucht der Lymphtherapeut dabei, die Lymphgefäße zum Abtransport von gestauter Flüssigkeit (Lymphe)
anzuregen und verhärtetes Bindegewebe zu lockern. Um den Behandlungserfolg der Lymphdrainage zu unterstützen und zu sichern, muss der Patient direkt im Anschluss zusätzlich mit Kompressionstherapie behandelt werden. Wird darauf verzichtet, hat das fatale Folgen: Das Ödem läuft wieder voll, die Beine schwellen an. In der ersten Phase der KPE, der Entstauungsphase,
werden kurzzugige Kompressionsbandagen eingesetzt. Diese Bandagen verfügen zum einen über einen hohen Arbeitsdruck (Stärke des Drucks bei Bewegung), zum anderen über einen geringen Ruhedruck (Stärke des Drucks in Ruhestellung).
Der dadurch erreichte Widerstand führt zu einem guten Entstauungseffekt bei Bewegung. In der Erhaltungsphase, der Phase II der KPE, bekommt der Patient Kompressionsstrümpfe,die dafür sorgen, dass das Ergebnis der PhaseI erhalten wird. Im Gegensatz zu phlebologischen Patienten erhalten Lymphödempatienten flachgestrickte Kompressionsstrümpfe,die aus weniger elastischem und festerem Material bestehen als rundgestrickte Strümpfe. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe üben einen flächigen konstanten
Druck auf das Bein aus. Sie sind besser auf die Beinumfänge von Lymphödempatienten anzupassen. Außerdem schnürt das stärkere Material keine Hautfalten ein, die bei Lymphödemen häufig entstehen.Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Patienten
nach der Lymphdrainage die so wichtige Kompressionstherapie erhalten. Stellen Sie in der Entstauungsphase ein separates Rezept über das Bandagierungsmaterial aus und vermerken Sie in der Erhaltungsphase auf dem Rezept, dass Ihr Patient die für dieses Krankheitsbild erforderlichen flachgestrickten Kompressionsstrümpfe in der richtigenKompressionsklasse erhält. Und empfehlen Sie Ihren Patienten, mit bestrumpften bzw. bandagierten Beinen spazieren zu gehen. Das regt den Lymphabfluss zusätzlich an.
Quelle:www.eurocom-info.de