Abbau der Staatsmedizin in Großbritannien - ein Vorbild für Deutschland?

Nicht nur in Deutschland steigen die Kosten im Gesundheitswesen. Doch wie gehen unsere europäischen Nachbarn mit dem Problem um?

In Großbritannien sind die Ausgaben des Nationalen Gesundheit Services (NHealthS) in den letzten 10 Jahren um das Dreifache gestiegen. Tausende von Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften waren eingestellt und die Vergütung für diesen Personenkreis verbessert worden. Um die Kontrolle über die Verwendung der Finanzmittel und zu den Leistungen effektiv zu gestalten, weiteten sich die administrativen Aufgaben erheblich aus, die Bürokratie nahm zu.
Folge waren eskalierende Kosten, was die britische Regierung zu einem radikalen Kurswechsel zwang. Die staatliche Kontrollbürokratie mit zehn Gesundheitsbehörden und 151 Primary Care Trusts wurde aufgelöst, ca. 24.000 Arbeitsplätze abgebaut. (Quelle: Prof. Dr. Fritz Beske)

Warum tat man das? Die Gesundheitsversorgung soll von dirigistischen Maßnahmen der Regulierungsinstitutionen mit staatlicher Lenkung entlastet werden. Ziel ist eine flexiblere Versorgung und eine Ausrichtung der Strukturen an den tatsächlichen Bedürfnissen/ Anforderungen der Bevölkerung in den unterschiedlichen Regionen.
Dieser radikale, und bei einigen Betroffen sicher unpopuläre, Wandel im Gesundheitssystem Großbritanniens erfordert extrem hohe Anstrengungen der Gesetzgebung und der Akteure der Behandlung/ Versorgung und wird auch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Deutschland sollte sich hieran ein Beispiel nehmen.

Wolfram - Arnim Candidus, Präsident der Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V., wünscht sich von der Gesundheitspolitik in Deutschland eben solchen Mut und Energie, um auch bei uns radikale Veränderungen der Strukturen zu realisieren.
So könnte die sich ausweitende Staatsmedizin mit ihren starken föderalen Einflüssen und destruktiver Einwirkungen der Selbstverwaltung der Akteure der Behandlung/ Versorgung gebremst und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger modifiziert werden.

Der Vorschlag der Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. zur Unterstützung der politischen Mandatsträger - nicht nur für eine Legislaturperiode ! - ist die Bildung eines eigenständigen Forums Gesundheit. Hier müsste alles Bestehende infrage gestellt und zugleich Lösungen erarbeitet werden, die einen ganzheitlichen Ansatz haben, die nicht von lobbyistischen Interessen geprägt sind, die eine Wiederwahl der politischen Mandatsträger durch konkrete Maßnahmen garantieren und zusätzlich die Qualität und Wirtschaftlichkeit des deutschen Gesundheitswesen existentiell sichern. Das Forum Gesundheit arbeitet unter der Maßgabe eines bürgerzentrierten Gesundheitswesens. Die Zeit ist reif dafür: das halbherzige, stückwerkartige Herumbasteln der letzten Jahrzehnte birgt in sich die Gefahr des Zusammenbruchs des Versorgungssystems Gesundheit.

Mit dieser Meinung steht die Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. nicht alleine. Der Anstoß und die Umsetzung zu eine radikalen Veränderung der Gesundheitspolitik in Deutschland können so erfolgen. Wir fordern die Politik und die Selbstverwaltung auf, sich unserer Forderung anzuschließen und diese aktiv umzusetzen.

Katja Rupp
Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V.


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