Offener Brief an Herrn Dr. Philipp Rösler
Bundesgesundheitsminister Bundesministerium für Gesundheit
Friedrichstr. 108, 10117 Berlin
per e-mail: info@bmg.bund.de
24.04.10

Sehr geehrter Herr Dr. Philipp Rösler, ich schreibe Ihnen in einem offenen Brief, weil Sie auf die vielen geschlossenen Briefe der Betroffenen nicht antworten oder Antwort geben lassen. Wir haben Ihrer Vorgängerin Ulla Schmidt mehrfach angeschrieben. Leider kam keine Reaktion aus Ihrem Gesundheitsminesterium. In Ihrem Ministerium ist man an der Gesunderhaltung der Menschen scheinbar nicht interessiert. Das ist ein harter Vorwurf, doch das scheint die Wahrheit zu sein da Sie nicht auf die Belange der Menschen reagieren. Was für viele Patienten bedrückend ist, ist die Tatsache, dass die Krankenkassen einfach noch nicht bereit sind das Gesundheitssystem als Ganzes zu sehen und zu begreifen, um dann Betriebswirtschaftlich zu handeln. Viele Mitarbeiter der Krankenkasse haben z.B. keine medizinischen Kenntnisse und wissen gar nicht warum Sie etwas genehmigen oder ablehnen.

Warum ist das so?

Ich könnte sicherlich viele Punkte aufzählen, wo es widersinnig ist, was wir hier im Krankenkassenwesen für Vorgaben haben.

Hier nur einige kleine Beispiele.

Therapien werden abgebrochen, nur weil sie € 80,00 am Tag kosten ( dauert 4 Monate ). Dafür aber werden die Kosten für 10 Monate (Pflegedienst , am Tag € 30,00 ), zzgl. Verbandsmaterial, Schmerzmittel und OP bezahlt, ohne die tatsächlichen Kosten zu ermitteln. Eine Therapie hätte ca 4 Monate gedauert und wäre kostengünstiger gewesen. Jetzt kommen wieder Op-Kosten auf die Gesundheitskasse zu, - wo liegt hier die Wirtschaftlichkeit ? Oder Schmerzmedikamente für € 400,00 werden übernommen, obwohl das gleiche Medikament für € 29,90 zu haben ist. Wie kann so etwas sein? Warum tut man nichts dagegen, und verwendet das Geld für wichtigere Sachen im Gesundheitswessen?

Die Politiker entfernen sich nach der Wahl zusehends von ihren Wählern. Sie sollten in ihren Wahlkreisen weniger Reden über ihre großartigen Leistungen halten, sondern mehr ihre Wähler befragen, welche Probleme es zu lösen gilt.

Wie oft haben wir als Selbsthilfegruppe versucht, Lösungen vorzuschlagen, die dem Gesundheitswesen viel Geld einsparen würden, - außerdem das Leben für viele Kranke wieder lebenswert machen könnte. Aber man hört ja nicht auf uns! Deshalb möchten wir mit Nachdruck darauf hinweisen, Therapien wie Lymphdrainage, Krankengymnastik, sowie Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial und Hilfsmittel wieder in die Hände der Ärzte zu legen, - ohne dass sie ans Budget gebunden sind. Die Ärzte verschreiben die Therapien ja nicht aus Lust und Laune. Auch seltene Erkrankungen müssen besser bekannt gemacht werden, - so wie unsere Erkrankung. Akne inversa. Wir als Betroffene fallen immer öfter durchs Rost. Stellen Sie sich mal vor, Sie haben eine Wunde, haben nur Hartz 4 oder eine kleine Rente, und müssen Ihre Desinfektion selbst bezahlen.

Wie würden Sie das tun können? Nicht nur die Desinfektionskosten fallen da an, nein auch Pflegeprodukte, Fettcremes, ect.. Was bleibt da noch übrig ? Entweder esse ich, oder ich behandle mich? Wie würden Sie sich entscheiden? Wir haben uns nicht vorstellen können, dass wir einmal für ein solidarisches Krankensystem kämpfen müssen. Aber leider ist es so gekommen. Es wird immer schwieriger, als Kranker ein einigermaßen ertragbares Leben zu führen. So darf es nicht sein, - das kann doch nicht Ihr Wille sein, oder? Es soll Niemand, - frei nach der Devise, - nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, behaupten: DAS HAB ICH NICHT GEWUßT! Mit freundlichen Grüßen,

Verantwortlich
Börsig Manuela http://akneinversa.forumieren.de






Quelle: www.hilfsmittelmanager.eu