… wie die richtige Kompressionsklasse ausgewählt wird?

Medizinische Kompressionsstrümpfe gibt es in vier verschiedenen Kompressionsklassen. Diese unterscheiden sich von einander in der Intensität
ihres Andrucks in Ruhe. Die Kompressionsklasse I bezeichnet dabei Kompressionsstrümpfe mit einem leichten Druck (18 bis 21 mmHg).
Strümpfe der Kompressionsklasse IV haben hingegen einen sehr starken Druck (49 mmHg und mehr).Gab es früher eine eindeutige Zuordnung vonIndikation zu Kompressionsklasse – beispielsweise Kompressionsklasse I bei Schwangerschaftsvarizen -, so steht es heute im Ermessen des Arztes, welchen Strumpf er seinem Patienten verschreibt. Er entscheidet dabei abhängig von dem Befund und dem Ort, wo sich die Abflussstörung befindet, in jedem Einzelfall, welche Kompressionsklasse und welche Strumpfart (Länge, Material) für die Behandlung notwendig sind.In der Leitlinie „Medizinischer Kompressionsstrumpf“ der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie heißt es dazu: „Eine starre Zuordnung einer Kompressionsklasse zu einer Diagnose ist nicht sinnvoll. Ziel der Kompressionstherapie ist die Besserung des klinischen Befundes. So kann bei einer Varikose ohne ausgeprägte Ödembildung auch eine Kompressionsklasse I zur Beseitigung der Beschwerden führen, während bei fortgeschrittenem Ödem und Hautveränderungen eher eine höhere Kompressionsklasse erforderlich wird.“ Ist der Patient außerdem nicht in der Lage, Kompressionsstrümpfe der hohen Kompressionsklassen III und IV selbst anzuziehen, kann der Arzt ihm auch zwei Kompressionsstrümpfe niedrigerer Kompressionsklassen verordnen. Diese werden dann übereinander getragen.

Swea Menser
Referentin Öffentlichkeitsarbeit und Gesundheitspolitik
eurocom - European Manufacturers Federation for Compression Therapy and Orthopaedic Devices
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