Bis 2020 fehlen rund 20.000 Hausärzte
Kay Gropp, Pressestelle
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
01.10.2009

Internationale Fachtagung an der UW/H vom 7. - 11. Oktober 2009 analysiert Engpässe und sucht Auswege für die ärztliche Versorgung in Europa
Dem europäischen Gesundheitssystem droht der Infarkt, weil in den kommenden zehn Jahren die Zahl der Hausärzte für die Grundversorgung (Primary Care) deutlich sinken wird. In konkreten Zahlen bedeutet das für Deutschland, dass bis 2020 rund 20.000 Hausärzte fehlen werden. "Experten schätzen, dass die Hausärzte bis 2020 rund 20-30% mehr zu tun haben werden, weil Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall und Demenz nun mal im Alter zunehmen. Gleichzeitig lassen sich immer weniger Hausärzte nieder, weil immer weniger Menschen den Beruf überhaupt ergreifen wollen", erklärt Tagungsleiter Dr. Stefan Wilm vom Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der Universität Witten/Herdecke den Hintergrund für die Tagung.

Vom 7. bis 11. Oktober 2009 kommen 40 Delegierte der European Academy of Teachers in General Practice (EURACT) aus 40 europäischen Ländern zu ihrem Council Meeting an die Universität Witten/Herdecke. In dieser Vereinigung sind die Hochschullehrer zusammengeschlossen, die an Europas Universitäten die Allgemein- und Familienmediziner ausbilden. Schwerpunkt der Tagung werden Details der Aus-, Fort- und Weiterbildung sein. Außerdem werden die Ausbilder auch Praxen von Wittener Hausärzten besuchen, um sich ein eigenes Bild des deutschen Gesundheitssystems zu machen. "Die Tagung wird natürlich auch die Gesundheitssysteme und die Position der Hausärzte darin vergleichen. Es gibt z.B. in den skandinavischen Ländern viel für uns Deutsche zu lernen: Da werden Hausärzte viel höher geschätzt und das Gefälle zwischen Fachärzten und Hausärzten ist weniger stark", erläutert Wilm die Tagungsthemen.

Weitere Informationen bei Dr. Stefan Wilm, 02302/926-741 stefan.wilm@uni-wh.de.

Für die Fotografen besteht am 8.10. um 14.15 Uhr Gelegenheit, die Teilnehmer abzulichten.



Quell:idw-online